Lärm in Wohnung messen so einfach kann man das machen.

Lärm in Wohnung messen – so geht`s ganz einfach

Lärm in der Wohnung ist störend und kann auf Dauer krank machen. Wenn lärmende Nachbarn keine Einsicht zeigen, kann es helfen, den Lärm in der Wohnung zu messen. Wann Lärm wirklich Lärm ist, und wie man Lärm in der Wohnung messen kann, zeigt dieser Ratgeber.

Was ist Lärm?

Lärm ist laut Definition des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) jedes unerwünschte laute Geräusch. Lärm nimmt jeder Mensch aber sehr subjektiv wahr. Was den einen stört, kann für den anderen sehr angenehm sein.

Beispielsweise laute Musik. Dabei kommt es auch auf die jeweilige Situation an. Wer in eine Discothek geht, der wird laute Musik wahrscheinlich nicht als störend wahrnehmen. Anderes sieht es aus, wenn diese Person zwei Tage später abends am Schreibtisch sitzt und arbeiten oder lernen muss. Das Empfinden ist dann anders.

Für dieselbe Person ist Musik aus der Nachbarwohnung dann wahrscheinlich sehr störend. Auch, wenn diese Musik objektiv vielleicht nicht sehr laut ist.

Ab wann sind laute Geräusche Lärm?

Einheitliche Regelungen, ab wann laute Geräusche in der Wohnung als Lärm bezeichnet werden können, gibt es leider nicht. Es ist zudem praktisch unmöglich, dass man seine Wohnung, die Terrasse oder Balkon geräuschlos nutzt.

Eine gewisse Geräuschbelastung muss daher jeder hinnehmen. Es gibt jedoch Vorgaben durch das Bundesimmissionsschutzgesetz. An diese Vorgaben muss sich jeder halten. Das Bundesimmissionsschutzgesetz besagt, dass ab 22 Uhr Nachtruhe herrschen muss.

Nachtruhe bedeutet, dass in der Zeit zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens beispielsweise das Rasenmähen oder Heckenschneiden nicht gestattet ist.

Gerichte haben geurteilt, dass während der Nachtruhe Geräusche aus der Nachbarwohnung nicht lauter als mit 30 dB(A) wahrgenommen werden dürfen. Während des Tages gilt ein Grenzwert von 40 dB(A).

Wer sich also durch Lärm aus der Nachbarwohnung belästigt fühlt, muss den Lärm in der Wohnung messen. Die folgende Tabelle enthält einige typische Lärmpegel.

Typische Lärmpegel oder Schallpegel

Für praktisch jede Geräuschquelle gibt es ungefähre Richtwerte, wie laut sie sind. Diese Lautstärke ist auch von der Entfernung zur Schallquelle abhängig.

Typische Schallpegel/Lärmpegel sind:

  • Vollkommene Stille - 0 dB(A)
  • Rascheln von Blättern im Wind - 10 dB(A)
  • Ticken einer Uhr - 20 dB(A)
  • laute Atemgeräusche - 25 dB(A)
  • Flüstern - 30 dB(A)
  • leiser Zimmerventilator - 35 dB(A)
  • ruhige Wohnung - 45 dB(A)
  • Vogelgezwitscher und leise Musik - 50 dB(A)
  • Fernseher und Radio bei Zimmerlautstärke - 55 dB(A)
  • normal geführtes Gespräch - 60 dB(A)
  • Rasenmäher in 10 Meter entfernt - 65 dB(A)
  • Haartrockner und Staubsauger - 70 dB(A)
  • vorbeifahrender PKW - 75 dB(A)
  • starker Straßenverkehr mit LKW - 80 dB(A)
  • elektrisches Handschleifgerät - 90 dB(A)
  • Musik über Kopfhörer - 95 dB(A)
  • Winkelschleifer, Kreissäge, Musik in einer Diskothek - 100 dB(A)
  • Rennwagen in 30 m Entfernung - 110 dB(A)
  • Kettensäge, Rockkonzert - 115 dB(A)
  • startender Passagierjet - 140 dB(A)
  • Schmiedehammer - 150 dB(A)
  • Geschützknall - 160 dB(A)

Wichtige Schwellenwerte für Lärmpegel

Schallpegel bis zu 40 dB(A) gelten als vollkommen ungefährlich. Geräusche mit einer Lautstärke von mehr als 40 dB(A) können Konzentrationsschwierigkeiten verursachen.

40 dB(A) werden daher als Konzentrationsstörungsschwelle bezeichnet. Aus diesem Grund haben Gerichte bei einem Lärmpegel von 40 dB(A) eine Grenze gezogen.

Lärmpegel von bis zu 65 dB(A) sind in der Regel ungefährlich. Ab 65 dB(A) steigt jedoch das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Geräusche ab 85 dB(A)werden allgemein als unangenehm empfunden.

Wer Geräuschen von mehr als 85 dB(A) länger als 40 Stunden ausgesetzt ist, muss mit einem Hörschaden rechnen. Bei einem Lärmpegel ab 120 dB(A) sind alle Geräusche unerträglich laut. Bei derart lauten Geräuschen muss jeder selbst bei einer kurzen Einwirkzeit mit einem Hörschaden rechnen.

Wie wird Lärm gemessen?

Geräusche werden durch schnelle Druckschwankungen verursacht. Diese Druckschwankungen bewegen Luftteilchen mehr oder weniger stark. Je nach Lautstärke. Die Bewegung der Luftteilchen versetzt das Trommelfell in Bewegung, sobald die Teilchen aufs Trommelfell treffen. Dadurch können wir den Schall wahrnehmen.

Beim Lärm messen in einer Wohnung wird daher der sogenannte Schalldruckpegel gemessen. Je höher der Schalldruckpegel ist, umso lauter ist das Geräusch. Die Angabe der Messwerte erfolgt in Dezibel abgekürzt dB. Für das menschliche Gehör sind sehr hohe und sehr tiefe Töne subjektiv leiser als Töne in einem mittleren Frequenzbereich.

Beim Lärmmessen in einer Wohnung wird daher die Frequenz der Geräusche mit einbezogen. Dies ist die sogenannte A-Bewertung. Das A in Klammern hinter dB zeigt, dass die Frequenz bei der Messung berücksichtigt wurde. Die Angabe der Schallpegel erfolgt daher korrekterweise in dB(A).

Mit einem Lautstärkemesser Lärm in der Wohnung messen

Mit einem Lautstärkemesser oder Lärmpegelmessgerät kann man den Lärm in der Wohnung messen. Lärmpegelmessgeräte bestehen immer aus einem Mikrofon, einem Vorverstärker hinter dem Mikrofon sowie einer Auswerteeinheit und einem Display für die Anzeige der Messwerte.

Damit das Gerät beim Lärm in der Wohnung messen keine falschen Werte anzeigt, ist das Gehäuse der Messgeräte vorne meist kegelförmig. Durch diese Form ist eine Reflexion der Schallwellen zum Mikrofon fast ausgeschlossen.


Üblicherweise erfolgt die Messung des Schalls in alle Richtungen. Das heißt, die sogenannte Richtcharakteristik des Mikrofons ist kugelförmig. Beim Lärm in der Wohnung messen wird der Schalldruckpegel vom Mikrofon aufgenommen und in eine elektrische Spannung umgewandelt.

Mithilfe von Sensoren, Filtern und einem internen Prozessor erfolgt die Auswertung der Messwerte. Anschließend werden die Ergebnisse auf dem Display angezeigt. Lärmpegelmessgeräte können geeicht werden. Das heißt, mit ihnen kann man präzise der Lärm in der Wohnung messen und dokumentieren.

Mit einem Smartphone Lärm in der Wohnung messen

Lärm in der Wohnung messen geht auch ohne teures Messgerät. Um den Lärm in der Wohnung zu messen, reicht ein Smartphone und eine sogenannte Dezibel App. Apps, mit denen man Lärm in der Wohnung messen kann, gibt es für iPhones und Android-Smartphones.

Bei Google Play und im App Store stehen diese Apps zum Lärm in der Wohnung messen meist kostenlos zum Download bereit. Diese Apps nutzen das Mikrofon des Smartphones für die Messung.

Allerdings ist die Präzision nicht so hoch wie bei einem speziellen Lärmpegelmessgerät. Dies liegt daran, dass die Mikrofone eines Smartphones für normale Unterhaltungen optimiert sind.

Apps zum Lärm in der Wohnung messen liefern aber gute Werte in einem Bereich von ca. 40 dB(A) bis etwa 100 dB(A). Für die Messung leiserer und lauterer Geräusche eignen sie sich nicht so gut. Die Qualität der Messungen reicht jedoch aus, um dem Vermieter zu zeigen, wann welche Lärmbelastung in der Wohnung den Alltag stört.

Fazit

Lärm in der Wohnung messen ist mit einem Smartphone und einer passenden App sehr einfach. Die Messergebnisse reichen zwar nicht an die Präzision eines speziellen Messgerätes heran, sie sind aber dennoch sehr aussagekräftig.

Sie sind gut genug, um zu dokumentieren, wie hoch die Lärmbelastung in der Wohnung ist. Und wer dokumentieren kann, wann welcher Lärm in der Wohnung gemessen wird, hat gute Karten gegenüber dem Vermieter oder Nachbarn.

Weitere Tipps wie du Lärm nachträglich in einer hellhörigen Wohnung reduzieren kannst, findest du hier.